43. Etappe: Requejo de Sanabria - Lubián (20 km, 6,5 Std.)
Häuser am Camino Sanabrês in Requejo
Der Weg ist nicht wirklich gut zu sehen
Das war einmal eine befestigte Straße
Bäume versperrten bisweilen den Weg
Die Passhöhe am Padornelo, 1352 m
Diese Ruine könnte einst eine Herberge gewesen sein
Diese Etappe war zumindest im Frühjahr 2017 von den Bauarbeiten der Hochgeschwindigkeits-Zugtrasse gezeichnet. Claro: die Verbindung nach Galizien kann nur entweder über oder unter der Portilla de Padornelo verlaufen. Die Bahn verläuft im Tunnel. Das spüren auch die wackeren Pilgersleute.
Ich hatte in Requejo Johannes getroffen, einen Pilgersmann aus Süddeutschland. Wir beschlossen, zumindest einige Etappen miteinander zu absolvieren. Beginnen wollten wir mit der Königsetappe über den Pardornelo. Der Pass ist mit seinen 1.352 m Höhe die höchste Erhebung zwischen Cádiz und Finisterre. Was nach Bergsteigen klingt war aber eher ein Fährtensuchen im dichten Wald.
Wir starteten also in Requejo und stiegen Schritt um Schritt zur Passhöhe auf. Die Schwierigkeiten beim Umgehen der Tunneleinfahrt für den Hochgeschwindigkeitszug waren kaum vorbei, fanden wir uns wie in einem Dschungel wieder. Hier musste die uralte Passstraße sein, allein die Trasse war nicht auszumachen. Johannes zog Google Maps zu Rate und mit etwas Suchen fanden wir auf den rechten Weg zurück.
Diese Etappe entpuppte sich als Pfadfinderstrecke. Einerseits rann sehr viel Wasser diese uralte Trasse herab und andererseits versperrten nicht nur einmal teils mächtige Baumstämme den Weg Der Winter musste hier ordentlich gewütet haben. Aber wo viel Schatten, da viel Licht. Wir entdeckten Blumen, die zumindest ich so noch nie gesehen hatten. Osterglocken in allerschönster Form, zierlich und wohlriechend. Oder Blumen die aussahen wie Lilien. Ich kannte sie alle nicht. Jedenfalls kämpften wir uns bergwärts zum Pass, den wir insgesamt von Requejo aus nach einem ca. 3-stündigem Aufstieg erreichten.
Oben war dann die Aussicht eine überwältigende. Auch der Abstieg nach Lubián gestaltete sich hoch interessant. Die Natur war hier um einiges weiter als auf der anderen Passseite was auf eine höhere Niederschlags-menge schließen lässt. Ja, Galizien ist nicht mehr weit.
Lubián dürfte eine alte Station auf dem Camino Sanabrés sein. Denn schon am Ortseingang erwarten uralte Häuser die Pilgersleute. Meist verfallen künden sie dennoch davon, dass dieser Weg ein vielfach begangener gewesen sein muss. Die örtliche Pilgerherberge war bereits belegt. Es war wieder einmal Wochenende, an dem die spanischen Radtouristen in Massen auftreten und für Überfüllungen sorgen. Kein Problem, wir nisteten uns in einer privaten Herberge, genauer in einem Gasthaus ein. In dem man auch gut essen konnte, vor allem Tapas.
Tipps und Informationen
Wasser für die Etappe: 2 Liter, im Ernstfall Wasser aus einem der vielen Bäche.
Landhaus Val dos Pigarros (Bar Javi): ganz gute Zimmer, gute und saubere Sanitärräume. Empfehlenswert.
Herbergen-Bewertung: 4 Sterne
Die Kirche in Requejo
Nass ist's beim Aufstieg auf den Pass
Die Riesenbaustelle am Padornelo Pass
Osterglocken von betörender Schönheit
Der 'Baum der Schuhe' beim Abstieg
Am Ortseingang von Lubián werden die Pilger von Ruinen begrüßt