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Die Via de la Plata - eine einstige römische Heeresstraße

Ich möchte zuallererst mit der Mär aufräumen, dass das Wort 'Plata' vom spanischen Wort für Silber hergeleitet wurde. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit handelt es sich um eine maurische Bezeichnung: Bal'latta heißt übersetzt "breiter gepflasterter Weg". Diese Deutung des Namens ist auch viel naheliegender als alle anderen Interpretationen und Vermutungen. Und was den breiten Weg anlangt: den beschreiten die properen Pilgersleute noch heute. Und legen dabei  geschätzte 300 km zwischen Sevilla und Granja de Moreruela auf mehr oder minder originalen Stein-Trassen der einstigen römischen Heeresstraße zurück. Auch der Camino Sanabrès verläuft teilweise entlang uralter römischer Straßen.

 

 

 

 

 

Für mich ist die Via de la Plata eine Europäische Kulturstraße ersten Ranges, die uns wie kaum in einem anderen Teil Europas vor Augen führt, zu welchen technischen Höchstleistungen die Römer fähig gewesen sind. Ich betrachte die Plata als 'Schnur einer Perlenkette', an der wundervolle Bauwerke, Brücken von unglaublichen Dimensionen, Tempel und Amphitheater 'hängen'. Auf Schritt und Tritt begegnen jene Pilger, die sich für die Geschichte des Landes und die Kunst interessieren 2.000 Jahre alten Zeugen einer damals überlegenen Baukunst. Als Krönung betrachte ich das römische Museum in Merida, eines der ganz außergewöhnlichen Museen, dessen Besuch ich nur wärmstens empfehlen kann.

Das wohl bemerkenwerteste Bauwerk ist aber die Via de la Plata selbst, diese römische Heerstraße, die einst Astorga (Asturica Augusta), heute am Camino Francès gelegen, mit Sevilla (Hispalis) verbunden hatte. Und die heute vielfach noch auf der Originaltrasse von den Pilgern auf ihrem Weg nach Norden beschritten wird.

Was die Pilgerfahrt teilweise sogar zu einem Freilicht-Museumsbesuch macht sind die Meilensteine, die zum Großteil original erhalten sind. Speziell auf einer Etappe, nämlich von Fuenterroble de Salvatierra nach Morille, stehen sie entlang einer etwa 10 km langen Strecke. Im Originalabstand, nämlich 1.000 'Doppelschritte', was einer Länge von knapp 1,5 km entspricht. Ich habe meine Schritte ausgemessen und habe für den Abstand zwischen 2 Meilensteinen exakt 1.900 Schritte gebraucht. In der Römerzeit hätte ich also durchaus als Maßstab dienen können...

Apropos Fuenteroble de Salvatierra. In diesem Ort, dessen Herberge von Don Blas weit über Spaniens Grenzen hinaus bekannt ist, ist neben der Kirche ein römischer Straßenabschnitt erhalten, der Einblick in die Bauweise gibt.

Die Via de la Plata war mit einer Lehmschicht überzogen

Ein originales Teilstück nach Casar de Cáceres, allerdings ohne Lehm.

Das originale Teilstück der Via de la Plata in Fuenterroble

Römische Straßen wiesen Fundamente bis zu 1,5 m Tiefe auf.

Die Steinmetze haben vor 2.000 Jahren den Schlegl weggelegt. Und so liegen die halbfertigen Meilensteine immer noch neben der Plata.

Ein Meilenstein an der Landstraße nach Aldea del Cano. Ein untrüglicher Hinweis auf die Trasse der Via de la Plata.

Eine wunderbar erhaltene römische Brücke vor Aldea del Cano

Der steile Anstieg auf der Römerstraße nach La Calzada de Béjar

Die beste Straße nützt nichts, wenn es keine Brücke gibt. Hier die zu großen Teilen noch bestehende Römerbrücke in Merida.

Wenn die Pilgersleute nach Salamanca kommen, überschreiten sie zuerst einmal die uralte Römerbrücke.

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